Ka 8 Drucken

Ka8Dank Kaiseres Kreativität konnte Schleicher 1957 eine Modellpalette anbieten, die zur Zufriedenheit all seiner Kunden war. Allerdings fehlte noch ein einsitziger Übungssegler. Lange war der für diese Flugzeuge bestehende Bedarf mit einfachen Maschinen abgedeckt worden, die noch vor dem Krieg entworfen und ab 1951 wieder neu aufgelegt worden waren. Zwar konnten diese Muster dem deutschen Segelflugsport zu neuem Aufschwung verhelfen, aufgrund ihrer Leistungen und Steuereigenschaften erwiesen sie sich jedoch schon bald als vollkommen veraltet. So traten die deutschen Segelflieger an die Konstrukteure mit der Forderung heran, eine einfache, moderne und robuste Maschine zu entwerfen, die die Lücke zwischen Schul- und Leistungsflugzeug ausfüllen konnte. Auf diese Weise entstanden bei Scheibe der Spatz und bei Schleicher die Ka 8.

Kaiser ging daran, die aerodynamischen Besonderheiten, die die Ka 6 zu einem Erfolg machten, auf ein stark vereinfachtes Muster zu übertragen, dessen Merkmale eine solide Bauweise und ein gutmütiges Verhalten sein sollten. Unter diesem Blickwinkel wurde die Ka 8 entworfen.


Zwar ähnelt sie äußerlich der Ka 6, ihre Konstruktion ist jedoch gänzlich anders: Der Rumpf ist eine Stahlrohrkonstruktion, die vorn mit einer GFK-Schale verkleidet und entlang des Rumpfes mit Holzleisten profiliert ist. Das gesamte Gerüst ist bespannt. Die Haube wird nach rechts aufgeklappt. Sie hat einen schmalen Blechrahmen, auf dem eine geblasene Plexiglashaupe befestigt ist.

Das Landegestell besteht aus einer gefederten Eschenkufe, einem festen, halbfreien Rad mit 300 mm Durchmesser und einem gummigefederten Sporn. Der Tragflügel hat im Grundriss eine Doppeltrapezform. Die Vorderkante ist nicht gepfeilt. Gegenüber der Ka 6 wurde die Flügelfläche um 1,75 m2 vergrößert, beim Profil griff man auf das alte Gö 533 zurück: Beides ein Beweis dafür, dass die Flugleistung einem guten Verhalten im Langsamflug geopfert wurde.

Die Konstruktion des Holzflügels ist klassisch: Ein einziger Holm bildet mit der Nasenbeplankung einen Torsionskasten, die Rippen sind innen durch ein Fachwerk aus Kiefernholz versteift, Schempp-Hirth-Bremsklappen fahren an Flügelunter- und -oberseite aus. Die Leitwerke bestehen aus beplankten Flossen und bespannten Rudern. Höhen- und Querruder werden über Stoßstangen gesteuert, das Seitenruder über Stahlseile angetrieben.

Die Ka 8 flog zum erstenmal im November 1957 in einer A-Version, von der nur sechs Exemplare gebaut wurden. Die Flugerprobung ergab mangelnde Querruderwirkung. Vergrößerte Querruderflächen, eine Federtrimmung am Höhenruder und ein Schiebefenster im Haubenrahmen zur besseren Sicht nach unten führten dann zur B-Version. Im März 1958 erfolgte der Erstflug der Ka 8b, die bis 1976 teils im Industriebau von Schleicher, teils in Lizenz bei Schempp-Hirth und Wolf Hirth, aber auch von Amateuren mir HIlfe vorfabrizierter Baukästen in 1180 Exemplaren gefertigt wurde.

An vielen Flugzeugen dieser Baureihe wurde die ursprüngliche Haube durch eine Panoramahaube ersetzt. Ab November 1958 wurde die Ka 8b mit Flettnertrimmung am Höhenruder geliefert.

 
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