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Segelfliegen - die Königsdisziplin Drucken

SEGELFLIEGEN ist Fliegen mit dem "ältesten Motor der Welt", nämlich der Sonne. Sie erzeugt über die Erwärmung der Erdoberfläche die thermischen Aufwinde und lässt somit bis zu 750 kg schwere Segelflugzeuge mit mehreren Metern pro Sekunde bis auf 6000 Meter steigen. Doch auch Hang- oder Wellenaufwinde, beispielsweise bei Fönwetterlagen, sind begehrte Aufwindmöglichkeiten. Sie ermöglichen den motorlosen Flug nicht nur über lange Strecken, sondern auch in großer Höhe. So liegt der Höhenweltrekord im motorlosen Flug bei über 14 000 Meter, und in Neuseeland sind bereits Flugstrecken von über 2000 Kilometer in ungefähr 15 Stunden zurückgelegt worden.

Physikalisch bedeutet dies nichts anderes, als dass die in Form von potentieller Energie in den Aufwinden erreichte Höhe - durch Vorfliegen bis zu einer maximal möglichen Geschwindigkeit von 270 Kilometer/Stunde zu einem nächsten Aufwind - in kinetische Energie und damit in Streckenkilometer umgesetzt wird. Die Konstruktion moderner Segelflugzeuge ermöglicht inzwischen einen maximalen Gleitwinkel von ungefähr 1:60, d. h. bei 1000 Meter Ausgangshöhe können 60 Kilometer geflogen werden. Dieses Prinzip des Segelfluges stellt - vielleicht abgesehen vom vogelähnlichen Kreisen in der Thermik - die eigentliche Faszination des Segelfliegens dar.

Selbst die Ungewissheit, aufgrund fehlender Aufwinde nicht mehr den Heimatflugplatz zu erreichen, ist kein Handicap, vielmehr verleiht diese Situation dem klassischen Segelflug eher einen Hauch von Abenteuer. Zweifellos werden in dieser Sportart wohl einzigartig Körper und Geist gleichzeitig gefordert. Doch der vielzitierte "Wertewandel" hat inzwischen auch den Segelflug verändert, denn moderne Segelflugzeuge werden wahlweise mit einem Klapptriebwerk angeboten, sei es um selbstständig, also ohne Seilwinde oder Flugzeugschlepp starten zu können, oder auf Überlandflügen bei unerwartet fehlenden Aufwinden das Triebwerk auszufahren, um dadurch eine Außenlandung zu vermeiden und zum Heimatflugplatz wieder zurückzukehren.

Doch welcher Typ auch immer, einem modernen Segelflugzeug ist anzusehen, dass es gewissermaßen im Windkanal geboren wurde. Seine Formschönheit ist geradezu von ästhetischer Eleganz, denn die Physik des motorlosen Fluges verlangt eine möglichst widerstandsarme Formgebung. Von allen Fluggeräten ist das Segelflugzeug der Typ, der mit dem größten aerodynamischen Aufwand unter Verwendung moderner Faserverbundwerkstoffe gebaut wird. Segelfliegen mit einem modernen und leistungsfähigem Flugzeug ist ein Erlebnis für sich. Nicht selten sind Piloten so begeistert, dass sie von der "Königsdisziplin" sprechen.

 
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