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Segelfliegen - wie funktioniert das? Drucken

Es ist heute soviel von Nutzung der umweltfreundlichen Sonnenenergie die Rede, Segelflug ist nichts anderes als das Fliegen mit dieser Energie. Die Sonne ist unser Motor, sie erzeugt durch kräftige Einstrahlung an besonders begünstigten Stellen des Bodens (zur Sonne geneigten Hängen, Kornfeldern, Steinbrüchen, Trockenflächen) eine wärmere und damit leichtere Luftschicht.

Dieses große Luftpaket beginnt sich schließlich bei entsprechendem Temperaturvorsprung vom Boden abzulösen und mit Geschwindigkeiten zwischen l und 5 Meter pro Sekunde, d. h. 3,6 bis 18 Kilometer in der Stunde emporzusteigen. Diese emporstrudelnde Luftmasse heißt Thermik, Aufwind.


Je höher die Luft steigt, desto mehr dehnt sie sich durch den in der Höhe abnehmenden Luftdruck aus und kühlt sich dabei ab. Durch diese Abkühlung kann die Luft die in ihr gespeicherte Feuchtigkeit nicht mehr festhalten und kondensiert aus, es bildet sich eine Haufenwolke, ein Kumulus. Meist stehen mehrere Wolken wie Wattebäusche am Himmel, ihre Unterseiten sind flach und befinden sich alle in der gleichen Höhe, im Sommer meistens zwischen l 000 und 2 500 Meter über dem Erdboden. Das ist das richtige Wetter zum Segelfliegen. Wind, wie viele Leute meinen, brauchen wir nicht, der stört oft nur.

Im Auffinden und Ausnützen dieser Aufwinde, auch „Bärte" genannt, weil sie wie ein Bart unten von der Wolke „herabhängen", besteht die Kunst des Segelfliegens. Die Wolken und andere Begleiterscheinungen der Thermik (Bussarde, Insekten jagende Schwalben, emporgetragene Schmetterlinge, Rauchfahnen) helfen dem Segelflieger, diese unsichtbaren vertikalen Luftströmungen zu orten. Da sie oft nur eng begrenzt sind, Durchmesser etwa 200 bis 300 Meter, muss er, um sie zu nutzen, kreisen, eine Technik, die


uns auch die Raubvögel so meisterhaft vorführen. Er wird emporgetragen, gewinnt also Höhe, die er anschließend im Geradeausflug abgleiten, in Strecke umsetzen kann, und zwar beträchtlich! Mit modernen Kunststoff-Flugzeugen aus 2 000 Meter ca. 80 Kilometer weit, was einer Strecke von Regensburg nach Weiden entspricht. Er wird beim Gleitflug seinen Kurs so wählen, dass er unter Wolken Aufwind findet, kreist, dann wieder gleitet, kreist und so fort, stundenlang, getragen, wie gesagt, von erwärmten Luftströmungen - von Sonnenenergie.

Um aber überhaupt Segelfliegen zu können, müssen wir mit unserem Segelflugzeug erst einmal in die Luft kommen. Dafür sind heute hauptsächlich zwei Startarten üblich. Beim sog. Windenschlepp wird das Flugzeug mit Hilfe eines langen Stahlseils (l 000 Meter lang, 4,2 mm stark) wie ein Drachen von einem starken Automotor in den Himmel gezogen. Hat das Segelflugzeug den höchsten Punkt des Windenschlepps erreicht, klinkt es das Seil aus und fliegt alleine weiter, um Aufwind zu suchen.

Die andere Startart, mit der auch in Weiden gc tartet wird, ist der Flugzeugschlepp. Dabei wird das Segelflugzeug mit einem 50 Meter langen Seil an das Motorflugzeug angehängt. Jetzt zieht das Schleppflugzeug den Segler bis auf eine Höhe von ca. 500 Meter, dort klinkt


er dann aus. Der gesamte Schlepp dauert nur 5 bis 6 Minuten. Das Verhältnis von Kraftflug (Schlepp) zum sonnenenergiegespeisten Segelflug ist ungewöhnlich günstig: wenige Minuten zu vielen Stunden.

Wenn ein Segelflieger so stundenlang auf Streckenflug ist, kann es schon einmal passieren, dass er keine Thermik mehr findet, weil die Sonneneinstrahlung behindert ist (Wolkenaufzug, ausgedehnter Regenschauer) oder weil er an der falschen Stelle einen „Bart" gesucht hat.

Sinkt man dann mit seinem Segelflugzeug unter eine Höhe von 300 Meter über Grund, dann heißt es landen.



In der Nähe eines Flugplatzes bedeutet das, man reiht sich in den Platz-Flugverkehr ein, fliegt seine Landeeinteilung und man hat den Erdboden wieder unter den Füßen.

Anders ist es, wenn sich der Pilot weiter weg vom Flugplatz befindet, er muss sich auf eine Außenlandung vorbereiten. Er konzentriert sich auf die Suche nach einem geeigneten Landefeld, eine größere Wiese ein abgeerntetes Feld, schaut, ob es auch keine Hindernisse, z. B. Stromleitungen, Zäune im Bereich des Endanflugs gibt, dann fliegt er genau wie am Flugplatz eine Platzrunde und landet.

Über Funk oder Telefon verständigt er seine Segelflugkameraden daheim am Platz von seiner Außenlandung, gibt den genauen Landeort durch. Sie holen ihn dann mit dem PKW und einem Anhäner, in den das abgerüstete Flugzeug verladen wird, zum Platz zurück - auch das und die damit verbundenen Erlebnisse gehören zum Segelfliegen.

Vielleicht ist es gelungen, Ihnen einen kurzen Einblick in unseren Segelflugsport zu geben. Damit Sie aber die ganze Schönheit des lautlosen Fliegens kennenlernen können, laden wir Sie zu einem Gastflug an einem Wochenende ein, bestimmt ein unvergessliches Erlebnis.

 

 
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