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Neue Regelung für TMZ Drucken

ICAO-Karte_TMZMit der Herausgabe der ICAO-Karten 2017 wird eine zusätzliche Regelung für das Befliegen von Lufträumen mit Verpflichtung zur Transponderschaltung (TMZ) eingeführt.

Die bisherige Regelung bleibt dabei bestehen: Nach wie vor ist es ausreichend, eine TMZ lediglich mit eingeschaltetem Transponder zu befliegen. Eine Freigabe oder die Kontaktaufnahme über Funk ist nicht nötig. Allerdings hat der zuständige Fluglotse so nicht die Möglichkeit, Verkehrsinformationen zu übermitteln oder sich selbst über den geplanten Flugweg eines Luftfahrzeugs zu informieren. Anfliegende IFR-Flüge könnten deshalb – unsicher über die Absicht des anderen – einen Fehlanflug einleiten. Dies ist in der Vergangenheit auch schon öfter geschehen.

Zusätzlich zur bestehenden Regelung wird nun jeder TMZ ein individueller Transpondercode zugewiesen. Auf der nächsten ICAO-Karte könnte dies so aussehen (siehe Bild) und das Verfahren soll nun so ablaufen:

  • VFR-Piloten schalten die entsprechende Radar-Frequenz (in diesem Fall: 125.225 MHz), melden sich jedoch nicht selbstständig. Es erfolgt kein aktives Rufen, auch kein Einleitungsanruf.
  • Durch zusätzliches Senden des Transpondercodes (in diesem Beispiel: 1234) signalisiert der VFR-Pilot, dass er auf der Radarfrequenz ansprechbar ist.
  • Bei Bedarf können dann Luftfahrzeuge allgemein oder im Einzelfall durch den Fluglotsen angesprochen werden.

Ist sich ein Fluglotse nicht im Klaren über Flugweg und/oder Absicht eines VFR-Fluges, so kann gezielt gefragt werden. Damit wird u. U. ein Durchstarten eines IFR-Fluges vermieden. Umgekehrt ist auch für den VFR-Flieger eine Verbesserung der Flugsicherheit zu erwarten. Dieses Verfahren wird in verschiedenen Ländern (z .B. in Großbritannien) seit langem angewendet und hat sich dabei als sinnvoll und erfolgreich erwiesen.

Das Verfahren „TMZ mit Hörbereitschaft“ wird nicht als Verpflichtung eingeführt, sondern nur mit einer „dringenden Empfehlung“. Der Grund hierfür liegt darin, dass im Luftraum E ein Zwang zur Kontaktaufnahme rechtlich nicht möglich ist. Insofern kann auch der DAeC lediglich darum bitten, sich an das Verfahren zu halten.

Vor allem die Luftraumnutzer, die Flugplätze mit TMZ nach IFR anfliegen, wünschen sich dort natürlich einen möglichst großen Luftraum D (nicht CTR). Das steht jedoch im Widerspruch zur Haltung des DAeC, der Einschränkungen nur zur Erhöhung der Flugsicherheit und in geringstmöglicher Ausdehnung unterstützt. Das Verfahren „TMZ mit Hörbereitschaft“ erfüllt diesen Anspruch weitestgehend. Jedoch wird es weiterhin Bestrebungen geben, Luftraum D (nicht CTR) auch an kleineren Flugplätzen einzuführen bzw. an größeren Plätzen zu erweitern. Falls die „TMZ mit Hörbereitschaft“ kein Erfolg wird, stünde als nächste Möglichkeit tatsächlich wohl nur noch die Luftraumklasse D zu Verfügung.

Deshalb bitten wir alle Luftsportler, das Verfahren „TMZ mit Hörbereitschaft“ anzuwenden, um Einschränkungen in Zukunft zu vermeiden.

Mit den besten Wünschen für eine sichere und erfolgreiche Flugsaison

Bundesausschuss Unterer Luftraum

Quelldokument: Neue Regelung für TMZ (BAUL)

 
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