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Bay. Meisterschaft 1987 in Weiden Drucken

baymeist87.jpgFlugplatz Latsch - Schauplatz der 12. Landesmeisterschaften vom 1. bis 16. August 1987

An einem Samstag ging es los - Siegerehrung und Abreise waren für den Sonntag 14 Tage später vorgesehen. Auf dem Weidener Flugplatz Latsch wurden die Bayerischen Segelflugmeisterschaften in der Standard- und der 15-Meter-Rennklasse ausgetragen, unter den insgesamt 49 Teilnehmern war auch eine Dame: Ilka Elster aus Weilheim. Schirmherr dieser Meisterschaften war mit Weidens Oberbürgermeister Hans Schröpf, ein Mann, der dem Flugsport seit eh und je aufgeschlossen gegenübersteht.

In Latsch war man für diese Titelkämpfe bestens gerüstet. Die Organisation des Wettbewerbs lag beim ausrichtenden AERO-Club in bewährten Händen. Roman Gollinger, Vorsitzender des gastgebenden AERO-Clubs Weiden i. d. OPf. und Wettbewerbsleiter der Meisterschaften, hatte mit seinen Helfern alles Menschenmögliche getan, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Und so war der Ablauf:

Am Samstag, 1.8.1987, ging es los. Jeweils zwischen 11 und 13 Uhr wurden die Segler von sechs Schleppmaschinen auf Höhe gezogen, die Rückkehr von den Tagesaufgaben vollzog sich dann zwischen 16 und 19 Uhr. In der Zeit dazwischen absolvierten die Wettbewerbspiloten Dreieckflüge von verschiedenen Längen. Von den jeweiligen Wendepunkten mußten Fotos vorliegen. Streikt einmal die Kamera, war alles umsonst. Besucher wurden an den Meisterschaften mittels Lautsprecheransagen über den Ablauf der Wettbewerbsflüge und wissenswerte Einzelheiten informiert. Wer von den Weidener Bürgern den Weg nach Latsch hinaus nahm, brauchte weder zu hungern noch zu dürsten. Für das leibliche Wohl wurde für Besucher und Aktive im neuen Clubheim bestens gesorgt.

Die Oberpfalz war in der Standardklasse mit fünf Teilnehmern (Klaus Deyerling, Bernd Morawitz, Josef Thiel, alle Weiden, dem Schwandorfer Rudolf Böhm und Wolfgang Gieseke vom SFC Stiftland Tirschenreuth) vertreten. In der Rennklasse vertraten die Oberpfalz die beiden Weidener Josef Häupl und Dr. Olaf Merbt.

Drei Tage warteten die Teilnehmer an den Meisterschaften vergeblich auf „ihr" Wetter. Erst ein Schönwetterfenster zwischen zwei Regenfronten machte den erwarteten Auftakt zu den Titelkämpfen möglich. Die Zeit des Wartens war erst einmal vorbei. Nach dem verregneten Beginn der Meisterschaftstage in Weiden war man mit dem Erreichten zufrieden. Die eingeströmte Kaltluft und die dadurch entstandene Thermik ermöglichten den 21 Standard- und 25 Rennklassepiloten die ersten Wertungsflüge.

Auch das Bayerische Fernsehen berichtete an zwei Tagen in „Blickpunkt Sport" vom Wettbewerbsgeschehen. Die 12. Bayerischen Segelflugmeisterschaften gingen am Sonntag, 16. August 1987, mit der Siegerehrung auf dem Flugplatz Latsch zu Ende. Die Titel holten sich in der 15-m-Rennklasse Hermann Hajek vom AC Ansbach auf einer ASW 20 C und Bruno Bayerköhler, Moosburg, in der Standardklasse mit der LS If. An den sieben Wertungstagen waren die 21 Standard- und 25 Rennklassemaschinen ca. 1000 Stunden in der Luft und legten dabei mehr als 50 000 Flugkilometer unfallfrei zurück. Angesichts der Wetterbedingungen gab es zahlreiche Aussenlandungen. Dabei waren durch die Rückholmannschaften ungefähr 32 000 km zurückgelegt worden, um die „Schäflein" wieder einzusammeln.

In seinem Resümee bei der Siegerehrung stellte Sportleiter Horst Heidenreich aus Erlangen nicht ohne Ironie fest, die Meisterschaften seien aus und das gute Wetter fange an. Seine Glückwünsche galten den Siegern und denen, die die Qualifikation für die bayerische Landesmeisterschaft und zur deutschen Meisterschaft 1988 geschafft hatten. Der Dank des Sportleiters richtete sich dann an den AERO-Club Weiden und seinen Vorsitzenden Roman Gollinger für die vorbildliche Betreuung während der Meisterschaftstage. In diese Kerbe schlug auch der frischgebackene Rennklassenmeister Hermann Hajek als Sprecher der Piloten, und Vizepräsident Jürgen Wördehoff vom Luftsportverband zollte dem AERO-Club Weiden ebenso Lob für das Engagement.

Von den Oberpfälzer Piloten qualifizierte sich Lokalmatador Josef Häupl mit seiner ASW 20 C durch einen vierten Platz in der Rennklasse ebenso wie der Tirschenreuther Wolfgang Gieseke für die deutschen Meisterschaften 1988. Zusammen mit Bernd Morawitz (Neunter in der Standardklasse) war Häupl auch in der bayerischen Landesmannschaft vertreten.

Bei den „Rennern" nahm Dr. Olaf Merbt den zehnten Platz der Gesamtwertung ein, unter den Standardfliegern schnitt Bernd Morawitz von den Gastgebern am erfolgreichsten ab (9.), Josef Thiel wurde 14., Klaus Deyerling 16., Wolfgang Gieseke wurde 7., der Schwandorfer Böhm nahm den 18. Rang ein. In den beiden Klassen fiel die Entscheidung an der Spitze am siebten und letzten Wertungstag. Dabei kamen am Freitag in der Rennklasse nur zwei der 25 Piloten zum Ausgangspunkt zurück, während am Samstag in der Standardklasse alle 21 Piloten zu Außenlandungen gezwungen waren und der hauchdünn führende Österreicher Wolfgang Janowitsch noch vom ersten auf den vierten Platz zurückfiel.
Hermann Hajek hatte sich tags zuvor mit einem dritten Platz den Gesamtsieg gesichert.


Die Meisterschaften waren aus,
da kam auch schon die Sonne raus!
Doch Wind und Regen schafften's nicht,
daß man den Wettkampf ganz abbricht!
Geflogen wurde bis zum End'
so wie man uns're Segler kennt!


Helmut Ruhm
 
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