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| Weiden i. d. OPf. | ||
| Segelfliegen, eine Hightech-Sportart |
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Bei den Startmöglichkeiten hat sich in den letzten Jahren ein starker Wandel vollzogen. Immer mehr Segelflugzeuge, vor allem solche mit größerer Spannweite, verfügen inzwischen über einen eigenen Antrieb für den Selbststart. Von außen ist er auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Propeller und Motor werden mit einem Klapp- und Schwenkmechanismus in den Rumpf versenkt, sodass die aerodynamische Güte, der geringe Rumpfwiderstand eines Seglers, erhalten bleibt. Neben der Eigenstartmöglichkeit bringt der Motor aber noch weitere Vorteile: Eine bei Thermikende oft unvermeidliche Außenlandung kann damit vermieden werden. Der Pilot fährt das Triebwerk aus, steigt auf größere Höhe, fährt den Motor ein und beginnt einen langen Gleitflug. Reicht das noch nicht bis zu seinem Heimatflugplatz, wiederholt er diese Prozedur. Mit Hilfe dieser „Sägezahntechnik“ kann er mehr als 300 Kilometer zurücklegen. Als modernste Form des Klapptriebtrieblers präsentiert sich die Antares mit Elektromotor, gespeist von Ionen-Lithium-Akkus in den Tragflügeln. Mit Hilfe einer Akkuladung aus einer gewöhnlichen Steckdose verfügt sie über 3000 Meter Steighöhe, was in Strecke umgesetzt eine Reichweite im reinen Elektrobetrieb von ca. 170 km entspricht. Als sehr positiver angenehmer Nebeneffekt erweist sich der fast lautlose Betrieb. Das Flugzeug hat nur einen Nachteil: Es ist nicht gerade billig. Teuer wird auch der Akkuwechsel nach ca. zehn Jahren. Aber vielleicht gibt es bis dorthin noch ein besseres Konzept, die Innovationen nehmen noch kein Ende. Für den Erfindungsreichtum der Segelflieger sind auch die „Mückenputzer“ ein originelles Beispiel: Der Leistungssprung der Segelflugzeuge in den letzten 30 Jahren war nur möglich auf Grund der Verwendung sehr widerstandsarmer sogenannter Laminarprofile. Diese sind aber sehr empfindlich gegen Verschmutzung, insbesondere gegen Mückenbesatz. Alle über die 0,1mm dicke Grenzschichtströmung hinausragenden Hindernisse lassen einen Turbulenzkeil bis zur Flügelhinterkante entstehen, der hohen Widerstand erzeugt. Weil nun mal Mücken im Sommer unvermeidlich sind - sie werden von der Thermik mit nach oben gerissen und das kreisende Segelflugzeug fängt sie sich ein, muss man mit dieser Tatsache leben. Man kann aber mit einem Mückenputzer während des Fluges die Verschmutzungen weitgehend abkratzen. Zwischen die beiden Scheren sind dünne Klaviersaiten gespannt. Angetrieben durch den Fahrtwind wandert die Schere mit den dünnen Drähten schabend die Fläche entlang und hobelt die Mücken geradezu ab, sodass die Grenzschicht anschließend wieder intakt ist. Eingeholt werden die „Bugwiper“ dann mit Hilfe eines dünnen Seils und einer kleinen Kurbel, oder eleganter mit einem Elektromoter als Antrieb, bis sie wieder ganz in der „Rumpfgarage“ rechts und links an der Rumpfaußenseite verschwinden Fortschritt besteht bekanntlich oft nicht in einem Quantensprung oder einer revolutionären Entdeckung, sondern ist die konsequente Anwendung vieler kleinen Verbesserungen. Für das derzeit leistungsfähigste Segelflugzeug der Welt wurde dieser Weg gegangen: Es entstand die ETA mit atemberaubenden 31 Meter Spannweite und einem Gleitverhältnis von über 70. Das heißt, aus 1000 Meter Höhe gleitet sie 70 Kilometer weit, also über eine größere Distanz, als der Pilot oft schauen kann. Die Entwicklung bleibt bekanntlich nicht stehen, so sind die Aerodynamiker derzeit dabei, einen neuerlichen Riesensschritt, ähnlich groß wie die Verwendung von Laminarprofilen in der Faserverbundbauweise, in die Tat umzusetzen, nämlich den Widerstand am Tragflügel durch Grenzschichtabsaugung enorm zu verkleinern, dann stehen Profile mit einer Gleitzahl von über 100 zur Verfügung. Für die Absaugung bedarf es allerdings einer permanenten Energiequelle, und dann steht die Definition, was ist Segelflug und wo beginnt der Motorflug zu Disposition. |
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